{"id":1539,"date":"2014-05-30T20:02:21","date_gmt":"2014-05-30T19:02:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paddelmaier.de\/?p=1539"},"modified":"2014-06-04T13:19:38","modified_gmt":"2014-06-04T12:19:38","slug":"42-bis-45-tag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.paddelmaier.de\/?p=1539","title":{"rendered":"27. &#8211; 30.5.,  42. bis 45. Tag"},"content":{"rendered":"<p>27.5.,  42. Tag<br \/>\nWir hatten es ja so gewollt weil es uns in den letzten Tagen zu hei\u00df war. Heute morgen hatten wir noch 11\u00b0C, das war doch schon ganz sch\u00f6n frostig.<!--more--><\/p>\n<p>Nachdem die Boote und Fahrr\u00e4der verladen waren fuhren wir in Richtung S\u00fcden zum h\u00f6chsten Berg des Baltikums, den wir heute besteigen wollen. Der Suu Munam\u00e4gi (gro\u00dfer Eierberg) ist 318 m hoch und hat einen Aussichtsturm von 30 m H\u00f6he. Der Berg ragt aber nur 60 m \u00fcber Grund auf und so ist die Wanderung sehr \u00fcberschaubar. Es geht \u00fcber eine lange Treppe hoch und schon ist man da. Im Turm gibt es einen Lift, der 5 \u20ac kostet, f\u00fcr Senioren aber nur 2 \u20ac. Also ersparten wir uns die enge Wendeltreppe und fuhren hoch. Die Aussicht ist sch\u00f6n, man sieht unglaublich viel Wald, aber auch einige kleine Seen. Kurz nach uns kam eine ganze Schulklasse hoch und ich \u00fcber l\u00e4ngere Zeit nicht mehr herunter.<br \/>\nWir fuhren dann in die n\u00e4chste Stadt zum Einkaufen und weiter zum Fluss V\u00f6handu J\u00f6gi, den wir nach M\u00f6glichkeit morgen fahren wollen. Da wir keinen Stellplatz finden fahren wir auf einer 5 km langen Schotterpiste zu einem Dorf, in dem auch Paddeltouren angeboten werden. Vermutlich aber nur am Wochenende, denn jetzt ist alles wie ausgestorben. Wir stellen uns daher am Fluss auf die Wiese und \u00fcbernachten dort. Der Regen, der heute Abend begann ist auch wieder fertig, nun warten wir auf die Nacht.  Zeitweise haben wir Besuch von einem Hund, der uns gar nicht mehr verlassen will. Vermutlich wohnt also doch jemand in einem der umliegenden H\u00e4user.<br \/>\nWetter: k\u00fchl, von 11\u00b0 bis kurzzeitig 16 \u00b0, Abends leichter Regen<\/p>\n<p>28.5.,   43. Tag   Sprachlosigkeit<br \/>\nNun sitzen wir wieder mal mitten im Nirgendwo im Bus, h\u00f6ren Bap und essen selbstgekochtes Thainesisches.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.paddelmaier.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_4264-450x337.jpg\" alt=\"IMG_4264\" width=\"450\" height=\"337\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1599\" srcset=\"http:\/\/www.paddelmaier.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_4264-450x337.jpg 450w, http:\/\/www.paddelmaier.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_4264.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.paddelmaier.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_4260.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.paddelmaier.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_4260-450x337.jpg\" alt=\"IMG_4260\" width=\"450\" height=\"337\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1600\" srcset=\"http:\/\/www.paddelmaier.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_4260-450x337.jpg 450w, http:\/\/www.paddelmaier.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/IMG_4260.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a>Dabei lassen wir den Tag Revue passieren.<br \/>\nHeute Morgen passte alles zusammen: um 7 Uhr waren wir hellwach und das Thermometer zeigte 7\u00b0C. Dazu nieselte es und erstaunlicherweise hatte dann keiner Lust, heute paddeln zu gehen. Denn der Wetterbericht sagte, dass es so bleibt. Und Radfahren geh\u00f6rt dieses Mal halt auch dazu. Also entschlossen wir uns, einen Autotag mit Besichtigungen einzulegen. F\u00fcr Estland gibt es eine Brosch\u00fcre, in der die wichtigsten und sch\u00f6nsten Sehensw\u00fcrdigkeiten aufgef\u00fchrt sind und die vor Ort durch ein gro\u00dfes gelbes Fenster aus Stahlrohr betrachtet werden k\u00f6nnen. Wir brauchten ein paar Tage bis wir das System verstanden, denn die estnische Sprache ist f\u00fcr uns ein Buch mit 7 Siegeln. Sie ist mit keiner uns bekannten Sprache verwandt und klingt sehr sehr fremd (wie finnisch, das wir allerdings auch nicht verstehen).<br \/>\nWir legen also unsere Route nach Norden so, dass wir einige der Fenster finden k\u00f6nnen, was bei dem Wetter nat\u00fcrlich auch richtig Spass macht. Und wir haben alle gefunden, selbst das im Urwald! Auf unserer Strecke nach Norden fahren wir zeitweise am viertgr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen See, dem Peipussee, entlang. Kein Campingplatz hat auf, die meisten St\u00fccke sind Privatbesitz, die Bebauung geht kilometerweit am Ufer entlang. Leider bleiben wir nicht an einem zweitsch\u00f6nsten Platz, weil wir den sch\u00f6nsten suchen. Pech gehabt, den gab es nicht mehr. Also fuhren wir weiter bis zur russischen Grenze, an der ein wundersch\u00f6nes orthodoxes Kloster steht. Au\u00dfen herum die H\u00e4user sind zum Erbarmen, mit ganz wenigen ausnahmen. Es gibt zwar einen Parkplatz am Kloster, aber wir f\u00fchlen uns dort nicht wohl. Die meisten Leute, die wir zu Gesicht bekamen waren derma\u00dfen \u00e4rmlich und abgerissen, dass wir hier nicht bleiben wollten. Diesen Eindruck hatten wir vorher auch schon: Auf der Schotterstra\u00dfe (dort, wo die vielen Datschen stehen) kamen uns abgerissene Fu\u00dfg\u00e4nger und Porsche Cayennes (auch gro\u00dfe Audis, Bmws usw.) entgegen, die H\u00e4user waren auch sehr unterschiedlich. Halb zusammengefallene Bruchbuden, einfache kleinste H\u00e4user und z.T. sehr aufwendig gebaute Holz- oder sogar Steinh\u00e4user stehen in unmittelbarer Nachbarschaft. So gro\u00dfe soziale Unterschiede haben wir bisher noch nicht gesehen.<br \/>\nNoch etwas fiel uns auf: In den touristischen Gebieten sind \u00fcberall gro\u00dfe Schautafeln angebracht, auf denen die Sehensw\u00fcrdigkeiten in mehreren Sprachen (estnisch, manchmal lettisch oder finnisch, je nach Lage, fast immer russisch und englisch, ganz selten deutsch) erkl\u00e4rt werden, ebenso gibt es viele Wegweiser zu diesen Punkten. Dazu wurden Parkpl\u00e4tze an diesen Orten angelegt und \u00fcberall stehen Schilder, auf denen darauf hingewiesen wir, dass hier EU Gelder geflossen sind. Und die Stadt Mannheim hatte ewig gebraucht um die paar Schilder mit dem Schloss an der Autobahn aufzustellen.<br \/>\nAm Kloster konnten wir \u00fcber den Fluss nach Russland schauen, morgen werden wir uns die Grenze in Narva aus der N\u00e4he betrachten. Vermutlich ist es \u00fcberfl\u00fcssig zu sagen, dass es schon wieder die ganze Zeit regnet. Ein gutes hatte der Regen: auf den Schotterpisten staubte es nicht.<br \/>\nWetter: morgens 7\u00b0C und Nieselregen, dann stieg das Thermometer bis 11\u00b0C und manchmal war es sogar kurzzeitig trocken.<\/p>\n<p>29.5.,  44. Tag<br \/>\nDer Wettergott zeigt uns nun was er drauf hat. In der Nacht regnete es, am Morgen ist es nass und stark neblig. Dazu ist es ungem\u00fctlich kalt. Die Tagestemperatur bleibt bei 7\u00b0C, nur einmal geht sie kurz auf 8\u00b0 hoch. Der Nebel bleibt den ganzen Tag, mal haben wir 100 m, mal 250 m Sicht. Wir fahren an die K\u00fcste, dort ist es besonders ungem\u00fctlich, von den sch\u00f6nen Klippen, immerhin \u00fcber 50 m hoch, kann man kaum ins Wasser sehen. Da hat es auch keinen Sinn, ins n\u00e4chste Naturschutzgebiet zu gehen und paddeln wollen wir nat\u00fcrlich auch nicht. Also fahren wir nach Tallinn, denn St\u00e4dte kann man auch bei schlechtem Wetter ansehen.<br \/>\nIch wusste, dass die Fa. Tahe-Outdoor ihre Kajaks bei Tallinn produziert. Daher wollte ich versuchen, einen Blick in die Fertigung zu werfen. Wir fuhren also dahin und tats\u00e4chlich wurden wir empfangen. Uns wurde das ganze Programm gezeigt, die Strategie erkl\u00e4rt, dass man in Europa die Nr. 1 werden will, wir konnten Boote in verschiedenen Fertigungsstufen sehen, aber die Fertigung selbst, die blieb tabu. Die ist f\u00fcr Besucher nicht zug\u00e4nglich. Schade, ich h\u00e4tte zu gerne die modernen Fertigungsmethoden wie Vakuum- und Infusionsverfahren in Natura gesehen. Aber eine Nase voll Harzduft konnte ich erhaschen.<br \/>\nWir w\u00e4hlten das Citycamp, weil es dort eine Waschmaschine gibt, die wir nun endlich mal brauchen k\u00f6nnten. Leider gibt es keinen Trockner und auch keinen Trockenraum. Wir verbringen den Nachmittag in der Altstadt in der so richtig was los ist. Auf dem Marktplatz ist f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage ein Jazzfestival (dz\u00e4ssfestival), bei dem wir einer Gruppe eine ganze Weile zuh\u00f6ren. Danach fahren wir wieder mit dem Bus nach \u201eHause\u201c, der Tag war trotz allem anstrengend genug.<br \/>\nWetter: Nachts kr\u00e4ftiger Regen, tags\u00fcber leichter Regen, Tagestemperatur 7-8\u00b0C <\/p>\n<p>30.5.,  45. Tag<br \/>\nWir fahren auf den anderen Platz in Tallinn im Hafen. Er ist deutlich billiger und man sieht etwas vom Hafen und Meer. (Citycamp 22\u20ac ohne Strom, aber mit sehr einfachen Duschen, Stellplatz im Hafen 14\u20ac mit Strom, Duschen: 3\u20ac!)<br \/>\nDann fahren wir in die stadt und laufen zum F\u00e4hrhafen, denn n\u00e4chste Woche wollen wir einen Ausflug nach Helsinki machen. Als wir hinkommen legt gerade eine F\u00e4hre an. Hunderte von Finnen str\u00f6men aus dem Schiff, jeder mit Rollkoffer oder irgendeinem Karren. Dann geht es in die Schnapsl\u00e4den, die es dort in gro\u00dfer Anzahl gibt. Viele bleiben \u00fcbers Wochenende, andere machen nur heute einen drauf und fahren bei Nacht zur\u00fcck. Kurz darauf kommt die n\u00e4chste F\u00e4hre, das gleiche Schauspiel. In einem Pub wettern wir den aufkommenden Regen ab, trinken Bier und essen eine estnische Spezialit\u00e4t: Pannekoke. Es gibt \u00fcber 30 Sorten, gef\u00fcllt mit allem was man sich vorstellen kann. Ich nehme einen mit Hering. Der Pfannenkuchen ist s\u00fc\u00df, in ihn eingewickelt sind saure Heringsst\u00fccke, die in einer wei\u00dfen So\u00dfe  schwimmen. Die Portion war gro\u00df und sie ist gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, mir st\u00f6\u00dft der Hering jetzt immer noch auf.<br \/>\nWir gehen wieder in die Altstadt, auf dem Marktplatz l\u00e4uft das Jazzfestival und wir bleiben l\u00e4ngere Zeit dort bis wir durchgefroren sind. Die Altstadt ist nun in der Hand der Finnen, interessant, was da f\u00fcr Gestalten unterwegs sind. Am Montag werden wir ja sehen, wie die Leute in Helsinki wirklich sind.<br \/>\nWetter: erst k\u00fchl und grau, dann etwas aufgelockert, kurzzeitig leichter Regen,  Temp. bis ca. 15\/16 \u00b0C<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27.5., 42. Tag Wir hatten es ja so gewollt weil es uns in den letzten Tagen zu hei\u00df war. 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